Autowert ermitteln

Wer den Autowert ermitteln möchte, muss einige Aspekte beachten. Auf dieser Seite finden Sie einen Leitfaden dazu, aus welchen Variablen sich der Autowert ermitteln lässt und welchen Einfluss diese letztendlich haben.

Punkt 1: Marke und Modell

Den oftmals größten Einfluss auf die Autowert-Ermittlung haben Marke sowie Modell des betreffenden Fahrzeugs. Allerdings gilt diese Regel auch nur bis zu einem gewissen Punkt, da sich die Werte eines Autos in einem gewissen Alter oder bei einer bestimmten Laufleistung nahezu angleichen. Die Unterschiede liegen dann eher im Hundert-Euro-Bereich.

Wer beim Autowert ermitteln davon ausgeht, dass Wagen mit hohen Neupreisen auch ein hohes Ergebnis im Wiederverkauf erzielen, der irrt nicht selten. Denn gerade die hohen Neupreise lassen den Wert schnell auf ein eher niedriges Niveau sinken, das den Besitzer mitunter schmerzen wird.

Die Laufleistung beim Ermitteln des Autowerts

Wird von der Laufleistung gesprochen, so ist damit der Kilometerstand des gesamten Autos gemeint. Das heißt: Hat das Auto einen Austauschmotor, so wird dessen Laufleistung lediglich in den Papieren eingetragen und dient nicht als Basis für die gesamte Laufleistung.

Möchten Sie den Autowert ermitteln, spielt die Laufleistung eine sehr wichtige Rolle. Denn hier gibt es ausschlaggebende Grenzpunkte, die für hohe Unterschiede im Wert verantwortlich sein können. Generell gilt: Hat ein Fahrzeug die magische Grenze von 50.000 Kilometer noch nicht überschritten, so ist das eine Wert steigernde Eigenschaft. Hat es hingegen über 50.000 Kilometer auf der Uhr, sinkt der Fahrzeugwert rapide ab.

Dieses Phänomen basiert auf der Tatsache, dass mit der Laufleistung die Anfälligkeit für Defekte oder größere Reparaturen steigt. Ein Fahrzeug mit einer Laufleistung zwischen 10.000 und 50.000 Kilometer gilt ganz einfach als neuwertig, während es ab 50.000 gebraucht wirkt. Mit dem Erreichen der 100.000 Kilometer Grenze sinkt die Attraktivität ebenfalls, da der Volksmund sagt, dass ab 100.000 Kilometer die ersten „Macken“ ans Tageslicht kommen.

Zwischenfazit zur Laufleistung beim Autowert ermitteln

Die Laufleistung eines Fahrzeugs spielt neben Marke & Modell die Hauptrolle beim Ermitteln des Wertes eines Autos. Wichtig für Kauf und Verkauf sind die Grenzen, die bei 50.000 Kilometern und 100.000 Kilometern liegen. Diese sollten jedoch stets differenziert betrachtet und mit Informationen, beispielsweise aus dem Internet, belegt werden. Längst nicht jedes Auto lässt ab 50.000 Kilometern die Flügel hängen.

Zustand, Verschleiß und Historie

Neben den Punkten „Marke & Modell“ sowie Laufleistung spielt beim Autowert ermitteln auch der allgemeine Zustand eine große Rolle. Damit sind in der Regel

  • der Verschleiß von Technik sowie des Innenraums,
  • der Zustand der Karosserie sowie des Unterbodens,
  • die Ausstattung des Fahrzeugs sowie
  • die Pflege von Auto und damit auch Scheckheft gemeint.

 Verschleiß in Abhängigkeit von der Fahrzeugnutzung

Im Gegensatz zur Laufleistung oder dem Modell eines Autos ist der Verschleiß eine Variable, die höchst unterschiedlich zu bewerten ist. Denn hier muss das Fahrzeug genau geprüft werden, um Aussagen über Wertsteigerungen oder -verluste zu treffen. Möchten Sie den Autowert auch in dieser Hinsicht ermitteln, so  müssen sowohl Interieur (Sitze, Lenkrad, Schalthebel, Armaturenbrett etc.) als auch technische Gegenstände (Bremsen, Motor, Kupplung, Getriebe, Zylinderkopfdichtung etc.) auf ihre Funktion und ihren Zustand hin überprüft werden. Leider entstehen aus derartigen Überprüfungen oftmals lediglich Wertminderungen. Eine Wertsteigerung durch einen besonders guten Zustand ist selten.

Scheckheft kann sich positiv auswirken

Ein positives Indiz ist hingegen das Scheckheft. Dabei handelt es sich um das Service-Heft, in dem die Wartung des Fahrzeugs dokumentiert wird. Denn mit dem regelmäßigen Wechsel von Betriebsflüssigkeiten und der Überprüfung des Fahrzeugs wird ein hoher Verschleiß vermieden. Es spricht für einen guten Zustand des Fahrzeugs. Deshalb sollte das Argument „Scheckheft gepflegt“, sofern es denn stimmt, auf jeden Fall in ein mögliches Inserat für das Fahrzeug.

Nutzungsart beim Autowert ermitteln berücksichtigen

Ebenfalls sinnvoll ist ein Blick auf die Nutzungsart. Wurde ein Fahrzeug beispielsweise als Miet- oder Firmenwagen betrieben, kann das ein Indiz für eine ruppige Nutzung des Fahrzeugs sein – muss es aber selbstverständlich nicht. Dennoch können derartige Anhaltspunkte viel über ein Fahrzeug aussagen und eine Entscheidungshilfe sein. Kleiner Tipp: Dabei können selbst Ausstattungsmerkmale wie eine Anhängerkupplung hilfreich sein. Denn dann könnte beispielsweise davon ausgegangen werden, dass das Auto oftmals als Zugfahrzeug genutzt und damit stark belastet wurde. Hier muss jedoch von Fall zu Fall unterschieden werden.

Unfälle, Schrammen etc.

Ebenso muss bei der Autowert-Ermittlung auf etwaige Schäden eingegangen werden, die das Fahrzeug bereits hat. Bei Unfallwagen spricht man von der sogenannten merkantilen Wertminderung. Also einem Wertverlust, der alleine durch den Unfall und ohne Mängel entsteht – quasi die psychologische Wirkung des Wortes „Unfall“. Wer den Autowert ermitteln möchte, sollte diesen Faktor also dringend berücksichtigen.

Genauso wichtig sind selbstverständlich auch aktuelle Schäden. Hier sollte immer berücksichtigt werden, wie teuer die Mängelbeseitigung ist. Womöglich lohnt es sich auch, die Schäden vor dem Verkauf beheben zu lassen. Potenzielle Käufer nehmen Kratzer oder Schrammen gerne als Anlass zu groben Verhandlungen.

Fazit

Das Autowert ermitteln ist wahrlich nicht einfach. Vor allem dann, wenn man den Wert detailliert aufschlüsseln oder bestimmen möchte. Neben den genannten Punkten gibt es weitere Feinheiten, die bedacht werden müssen. So spielen beispielsweise Farbe oder Seltenheitswert eine große Rolle. Am einfachsten ist es, sich an einen Anbieter für die Wertermittlung zu wenden oder vergleichbare Angebote im Netz zu finden, die dann als Richtwert beim Ermitteln genutzt werden.