Tachomanipulation erkennen – Tipps im Autohandel

Tachomanipulation gehört zu den wohl gefürchtetsten Betrügereien im Autohandel. Bewertomat.de zeigt, was unter der Tachomanipulation zu verstehen ist, welche Hintergründe diese hat und wie potenzielle Käufer den ‚gedrehten‘ Tacho erkennen. Informieren Sie sich jetzt und sichern Sie sich ab.

Was ist unter der Tachomanipulation zu verstehen?

Stempel Abzocke.Wer sich mit dem Thema Fahrzeugbewertung beschäftigt wird schnell feststellen: Die Laufleistung kann zu erheblichen Unterschieden beim Preis eines Gebrauchtwagens führen. Das machen sich verschiedene schwarze Schafe zunutze und manipulieren den Kilometerstand; sie führen also eine Tachomanipulation durch. Dabei wird der Kilometerzähler, der nicht sonderlich geschützt ist, ganz einfach zurückgedreht. Das hat für den Betrüger einen immensen Vorteil. Denn in gewissen Fällen reicht es bereits, wenige Tausend Kilometer zu vertuschen, um den Fahrzeugwert deutlich zu erhöhen. Bei der Laufleistung gibt es nämlich magische Grenzen, wie etwa 50.000 oder 100.000 Kilometer. An diesen Punkten sinkt der Preis mehr oder minder drastisch. Schafft man es via Tachomanipulation unter diese Punkte, hat man mit wenig Aufwand einen hohen Gewinn gemacht.

Wie funktioniert die Tachomanipulation?

Heutzutage wird der Kilometerstand bei nahezu allen Kraftfahrzeugen digital angezeigt. Soll eine Tachomanipulation durchgeführt werden, reicht ein entsprechendes Gerät. Dieses wird via Schnittstelle an die Fahrzeugelektronik angeschlossen und ermöglicht ganz einfach Zugriff auf die relevanten Daten. Das Drehen im Tacho dauert damit keine 60 Sekunden und ist über den Änderungsverlauf kaum nachvollziehbar: Betrügen war noch nie so einfach. Bei älteren Fahrzeugen mit Walze ist es nur leicht aufwendiger. Wer hier den richtigen Aufsatz hat, kann ebenso schnell für einen niedrigen Kilometerstand sorgen.

Wann ist das Zurückdrehen des Kilometerstandes erlaubt?

Der Kilometerstand darf AUSSCHLIEßLICH dann zurückgedreht werden, wenn der Tachometer ausgetauscht wird. Das heißt: Sie kaufen für Ihr Fahrzeug eine neue Anzeige, die 0 Kilometer aufweist. Nun dürfen Sie den Kilometerstand auf den tatsächlichen Wert hochsetzen. Jegliche andere Manipulation des Tachos ist verboten, auch Austauschmotoren berechtigen nicht zu einer Anpassung, weil sich die Laufleistung stets auf das komplette Auto bezieht.

Wie erkenne ich die Manipulation?

Räuber vor dem Computer.Das Erkennen eines manipulierten Tachos ist immer eine Frage der Erfahrung und dem Ausmaß der Betrügerei. Wurde der Kilometerstand beispielsweise von 197.000 auf 40.000 Kilometer geändert, ist das Aufspüren von Indizien in vielen Fällen kinderleicht. Besonders diese Punkte sollten Sie stutzig machen:

  • Die Laufleistung ist gering, während das Interieur des Fahrzeugs sehr abgenutzt aussieht.
    • Abgegriffenes Lenkrad,
    • Abgenutzte Sitze,
    • Abgenutzter Schaltknauf,
    • generell auffallend stark genutzte Knöpfe, Schalter etc.
  • Das Auto hat kein Scheckheft oder eines, in dem die Einträge alle neu und von einer Hand geschrieben wirken.
    • Gegebenenfalls Einträge mit Kilometerstand prüfen, indem bei den Werkstätten angerufen und um Auskunft gebeten wird.
    • Generell misstrauisch sein, wenn das Scheckheft fehlt.
    • Einträge auf Plausibilität prüfen: Machen die Kilometerangaben bei den Reparaturen Sinn, wann an welchem Ort etc.
    • TÜV-Belege beziehungsweise die Dokumentation der Hauptuntersuchung ist hervorragend zum Aufdecken der Tachomanipulation geeignet.